Es war einmal in einem Wald …
Es ist die Mutter aller Spiele, das Silvester am Geburtstag zu Ostern. Ein Derby ist für einen Fußballfan wichtiger als Sex, ein paar Kröten auf dem Bankkonto und frische Unterhosen. Wenn man es genau nimmt, ist der Triumph in einem Derby sogar dem Gewinn der Meisterschaft überlegen. Wer einmal von der Droge gekostet hat, die den Körper beim Anblick der entsetzen Gesichter im Gästeblock nach dem siegreichen Abpfiff für das eigene Team durchdringt, der ist ein Leben lang auf kaltem Entzug. Bis zum nächsten Derby.
Am kommenden Wochenende meint es der Gott des Ballsports besonders gut mit uns. Gleich mehrere hochkarätige Derbys stehen auf dem Programm. Neben dem großen Revierderby (Schalke gegen Dortmund), dem norddeutschen Politikderby (HSV gegen St. Pauli) und dem niedersächsischen Langweilerderby (Wolfsburg gegen Hannover), zum ersten Mal seit dem Ende des kalten Krieges auch das Berliner Hassderby (Union gegen Hertha). Angesichts der Wagenladungen von Gift und Galle, die in den letzten Tagen Spree und Ruhr herunter geflossen sind, möchte ich kurz eine wichtige, jedoch selten gestellte Frage beantworten: Woher kommt das eigentlich, dieses Derby?
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